Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

Projekte

Hier gibt es Informationen zu unseren Forschungsprojekten zu granularen Gasen an der Universität Magdeburg.

Zunächst aber einmal die "Geschichte" hinter der Forschung... 

IDEE

Die Idee, granulare Gase aus stäbchenförmigen Partikeln herzustellen, entstand im Oktober 2009. Erzählen wir sie in Form einer kleinen Anekdote...

Es war einmal eine junge neugierige Physikstudentin, die sich an einem regnerischen Nachmittag in einem Physiklabor der Magdeburger Universität fragte: Wie würde sich eine Flüssigkeit verhalten, wenn sie aus großen Stäbchen oder Scheiben anstatt Molekülen bestünde?

Auf molekularer Ebene geschieht oft Folgendes: Die Moleküle bilden mit ihren Achsen, manchmal auch ihren Positionen eine Vorzugsordnung aus. Es entstehen Phasen zwischen Flüssigkeit und Festkörper - Materialien, die einige Eigenschaften von Festkörpern mit der Eigenschaft zu fließen, vereinen. Diese fasst man unter dem Namen Flüssigkristalle zusammen, man findet sie beispielsweise in vielen Flachbildschirmen (LCDs). Das funktioniert auch, wenn man sehr dünne, mikroskopisch kleine Partikel, wie z.B. FD-Viren oder bestimmte Farbpigmente benutzt.  Also, was geschieht mit großen Stäbchen wie z. B. Dübeln oder Bohnen?

Außerdem war sie fasziniert von einem Vortrag über "granulare Gase" - bewegte Teilchenansammlungen, wie beispielsweise der Staub in den Saturnringen. Dies erschien alles so fern wie der Weltraum, wie sollte sie demnächst dazu Untersuchungen anstellen können?

Nach abenteuerlicher Lektüre und Labortests mit Reis, Spaghetti und Besenborsten erhielt sie im Oktober 2009 eine E-Mail, die die Möglichkeit von Forschungsraketenexperimenten für Studenten ankündigte. Am gleichen sonnigen Herbsttag, in einer Unterhaltung während der Mittagspause (manche sagen, sie hätte dabei an Reis gedacht - doch das stimmt leider nicht ;o), war die Idee geboren.

Nach einiger Zeit und Literaturrecherche wurde aus der Idee ein bodenständiges Projekt - das REXUS-Projekt GAGa, und auch das Team wuchs. Heute sind wir vier Physiker -Kirsten Harth, Ulrike Kornek, Ulrike Strachauer, Torsten Trittel - und zwei Elektrotechniker - Stephan Höme, und Karl Will. Zusammen haben wir unseren Traum vom kleinen "Sandsturm im All" verwirklichen können.

Nach unserem erfolgreichen Flug auch REXUS-10 im Jahr 2011, haben wir einige Antworten - und noch mehr Fragen gefunden. Im Jahr 2012 haben sich vier Doktoranden der Physik als Team GAGa DropT erfolgreich im ESA-Programm "Drop Your Thesis!" beworben und Fallturmabwürfe im Bremer ZARM gewonnen. Einige davon werden in den nachfolgenden Projekten GAGa DropT, GAGa (DLR) und Equipage weiter untersucht. Längst sind auch nicht alle Daten analysiert...

Letzte Änderung: 01.07.2013 - Ansprechpartner: Webmaster